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Decision guide · Security Operations und Managed Detection & Response

SOC oder MDR auswählen: Build vs. Buy unter NIS2 und DORA

Die Wahl zwischen eigenem SOC, Managed Detection & Response (MDR) oder hybridem Setup ist eine der teuersten und langfristigsten Sicherheits-Entscheidungen. Eigene Teams kosten 1,5-3 Mio EUR pro Jahr für 24/7-Abdeckung, MDR-Verträge starten bei 150-400 TEUR. Die Entscheidung hängt an Skalierungs-Erwartung, Compliance-Pflichten, regulierter Eskalations-Pfad und Talent-Verfügbarkeit, nicht nur am Preis.

TL;DR

SOC-Build lohnt sich ab rund 5000 Endpoints und reifer Detection-Engineering-Kultur. Darunter ist MDR oder Hybrid fast immer wirtschaftlicher.

Wer diese Entscheidung verantwortet

CISO ist Owner. CIO, COO, CFO im Lenkungskreis. Bei regulierten Sektoren CRO und Audit.

Die Kriterien, die Gewicht bekommen

  • Coverage 24/7/365

    NIS2 Art. 21 und DORA Art. 17 verlangen kontinuierliche Erkennung, nicht nur Tages-Coverage.

  • MTTD und MTTR mit SLA

    Pflicht-Messung. Ohne SLA kein vertraglicher Hebel im Incident.

  • EU-Hosting der Log-Daten

    Bei Drittland-MDR kann Log-Daten-Abfluss zum Compliance-Bruch werden.

  • Threat-Hunting vs. Alerting

    Reine Alert-Triage liefert wenig Value. Proaktives Hunting differenziert die Top-Anbieter.

  • Integration in vorhandenes EDR und SIEM

    Kein Doppelt-Tooling. Stack-Konsolidierung ist Kosten-Hebel.

  • Eskalations- und Kommunikations-Pfad

    Im Vorfall muss der MDR-Anbieter rechtsverbindlich und schnell eskalieren, nicht nur ticket-orientiert.

Der Entscheidungsweg Schritt für Schritt

  1. 1

    Threat-Modell und Detection-Use-Cases

    Welche Angriffsfälle müssen erkannt werden? Mapping auf MITRE ATT&CK.

  2. 2

    Build-vs-Buy-Kalkulation

    5-Jahres-TCO Eigenes SOC vs. MDR. Personal, Tooling, Hosting, Compliance, Skill-Risk.

  3. 3

    Anbieter-Longlist

    Global: SentinelOne Vigilance, CrowdStrike Falcon Complete, Microsoft Defender Experts, Sophos MDR, Arctic Wolf. DACH: G DATA, indevis, r-tec, secunet.

  4. 4

    Shortlist + PoC

    3 Anbieter, 60-Tage-Trial mit echten Use-Cases. Eskalations-Test (Incident-Simulation) ist Pflicht.

  5. 5

    Memo und Vertrag

    Decision Memo plus Pflichtklauseln nach DORA Art. 30 (bei Finanzunternehmen): Audit-Rechte, Sub-Outsourcing, Exit-Strategie.

Compliance-Hinweis

NIS2 Art. 21 Buchstabe b verlangt Incident-Handling. DORA Art. 17-23 verlangt definierten Vorfalls-Prozess mit Klassifizierung und Meldewegen. DORA Art. 28-30 gilt für MDR als ICT-Drittanbieter: Eignungsprüfung, Pflichtklauseln, Exit-Strategie, Concentration-Risk.

Typische Fehler

  • MDR wird gekauft, ohne Detection-Use-Cases zu definieren. Output bleibt generisch.
  • Log-Hosting im Drittland wird übersehen. Schrems-II- und Sektor-Compliance-Risiko.
  • Eskalations-SLA fehlt. Anbieter eskaliert per E-Mail, der CISO erfährt es zu spät.
  • Exit-Strategie nicht getestet. Bei Anbieter-Wechsel sind Logs und Detections nicht übernehmbar.

FAQ

Wann lohnt sich ein eigenes SOC?

Empirisch ab rund 5000 verwalteten Endpoints oder ab regulierter Pflicht zur Hoheit über Detection-Inhalte. Darunter ist MDR oder Hybrid fast immer wirtschaftlicher. Bei sehr regulierten Banken oder Behörden kann ein hybrider Aufbau (interne L1/L2, externer L3 plus Hunt) der Goldstandard sein.

Was ist der Unterschied zwischen MDR und MSSP?

MSSP managt Security-Tools, MDR fokussiert Erkennung und Reaktion mit eigenen Analysten, eigenem Threat-Intel und proaktivem Hunting. MDR ist outcome-orientierter und teurer. Der Markt verschwimmt zunehmend.

Wie wird MDR unter DORA bewertet?

MDR ist ICT-Drittanbieter. Bei kritischer oder wichtiger Funktion gelten die erweiterten Art-30-Klauseln: vollständige Audit-Rechte, Sub-Outsourcing-Kontrolle, getestete Exit-Strategie. Das Decision Memo dokumentiert die Eignungsprüfung.