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Glossarbegriff

Entscheidungsinfrastruktur

Auch: Decision Infrastructure

Die zweckgebaute Software- und Prozessschicht, mit der Unternehmen eine einzelne komplexe Entscheidung strukturiert, nachweisbar und auditierbar durchziehen. Keine Recherche-, keine Procurement- und keine Chat-Schicht, sondern die dazwischen.

Entscheidungsinfrastruktur ist der Gegenbegriff zu ad-hoc Entscheidungsprozessen. Anstelle von verstreuten Tabellen, Slide-Decks, Anbieter-Calls und Slack-Threads kapselt die Entscheidungsinfrastruktur alle Artefakte einer Entscheidung in einer einzigen strukturierten Darstellung.

Die Grundelemente: Trigger, Optionen, gewichtete Kriterien, Dealbreaker, Stakeholder, Evidenz, Risiken, Entscheidung, nächste Schritte. Jedes Element ist versioniert, zitierbar und auditfähig.

In der Praxis

Für regulierte Unternehmen unter NIS2 oder DORA wird Entscheidungsinfrastruktur zur Pflichtbasis, weil die Regulatorik die Rekonstruierbarkeit von Entscheidungen verlangt, die Excel und E-Mail strukturell nicht liefern können. DecisionOS ist ein Beispiel für eine solche Schicht.

Verwandte Begriffe

Decision memo

A short structured document that captures why a decision was made, the options considered, the criteria and trade-offs, the stakeholders involved and the accepted risks. A good decision memo is auditable months later.

Defensible record

A single versioned artefact that captures a decision in enough structure, with enough evidence and stakeholder context, that it can be defended under audit, in a board review, or 12 months later when the original team is no longer in place.

Audit-ready decision

A decision whose record is structured, evidence-backed and stakeholder-signed to a level that a third-party auditor, a supervisor or a board reviewer can reconstruct the reasoning without interviewing the original team.

EU AI Act

Verordnung (EU) 2024/1689 zur Festlegung harmonisierter Vorschriften für künstliche Intelligenz. Weltweit erstes umfassendes KI-Gesetz. Vier Risikoklassen: verboten, Hochrisiko, begrenztes Risiko, minimales Risiko. Geltung schrittweise ab Februar 2025 bis August 2028.

AI Act Konformitätsbewertung

Verfahren zur Feststellung, dass ein Hochrisiko-KI-System die Anforderungen des EU AI Act erfüllt, bevor es in Verkehr gebracht oder in Betrieb genommen wird. Pflicht für alle Anhang-III-Hochrisiko-Systeme ab 2. Dezember 2027 (verschoben vom ursprünglichen 2. August 2026 durch den Digital Omnibus, Verordnung (EU) 2026/1744).

AI Act Risikoklassen

Vier-stufige Klassifikation nach EU AI Act: verboten (Art. 5), Hochrisiko (Anhang I/III), begrenztes Risiko (Art. 50 Transparenzpflichten), minimales Risiko (freiwillige Codes). Klassifizierung ist die erste Pflicht, sie muss dokumentiert und nachvollziehbar sein.

BaFin DORA-Aufsichtsmitteilung

Veröffentlichungen der BaFin zur Auslegung und Erwartung der DORA-Anwendung in Deutschland. Stand 2025/2026 ergehen die wichtigsten Hinweise als Aufsichtsmitteilungen, Merkblätter und Fachartikel im BaFin-Journal, nicht als klassisches Rundschreiben.

BAIT

Rundschreiben der BaFin, das die Anforderungen an die IT-Aufstellung von Kreditinstituten konkretisiert. Präzisiert MaRisk AT 7.2 für IT-Strategie, Informationssicherheit, Benutzerberechtigungen, Projektmanagement, Anwendungsentwicklung und IT-Outsourcing.